Gogo goes Chinguetti 2015

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Montag, 8. November 2010

grenzübertritt äthiopien


5.30 uhr morgengrauen...
der sudanese hat keinen mucks von sich gegeben...
frühstück mit 4 datteln und wasser...ab zur grenze...hier gibts kein benzin...
wird schon noch 200km  bis gondar reichen...

in galabat laufen unmengen an menschen entlang der straße...
wildwestmäßig, verdreckt und unheimlich kommen mir alle verdächtig vor...
rein zur security police das traverpermit abgegeben und weiter zum zoll...
carnet abgestempelt...
die letzten 26 pound abgedrückt und dann als letztes noch zur immigration stelle...
stempel aufs visa und ich bin aus dem sudan entlassen...
über eine brücke, die mit einem blauen seil gesperrt ist komme ich in äthiopien an...
 
wieder zur polizei...einreisestempel und jetzt ab zum gefürchteten zoll...
eine woche vorher sind hier einige nichtsahnende reisende 10 tage im niemandsland gefangen gewesen, da die äth.regierung schnell mal ein neues gesetz auf den weg gebracht hatte und niemand, nichtmal die deutsche botschaft wusste davon...
ich hatte ein schreiben der dt.botschaft in addis bei mir, in dem deutschland für die ordnungsgemäße ausfuhr meines fahrzeugs bürgt...
wenn ich denn ein gültiges carnet vorweisen konnte....
alles klappt wie am schnürchen und gleich gings weiter richtung gondar der alten königsstadt...
hier ist alles anders auf den straßen...
keine autos aber unmengen von fußgängern und tieren...
man muss höllisch aufpassen, da keiner auf die straße schaut....
gleich wird es grün, gelb und braun...
rauf auf 2200m auch wieder richtig angenehm in der temperatur....
ein tolles gfühl nach all den hitzestrapazen...
alle kinder an der straße schreien ständig you you you...mister give me birr...
aber ich fahr einfach weiter und komme schließlich gut in gondar an...
ich hab von einem moppedreisenden aus dem schwarzwald ein fotostativ vom campsite in karthoum dabei,das er dort vergessen hatte und weiß nur, dass er hier bei einem entwicklungshelferkollegen unterkommen will...
hab ihn leider nicht gesehen und will vor einbruch der dunkelheit noch raus aus der stadt...
steht da nicht seine x-challenge vor einem frisörgeschäft...
freudiges wiedersehen und ich lass mir gleich wieder die haare kürzen...
er lädt mich zum kaffee ein und frägt bei seinem freund an, ob ich denn auch bei ihm übernachten könne...
es klappt...bei roland, der ein ganzes haus gemietet hat und einen hauswächter mit hausdame angestellt hat darf ich nächtigen...
am abend geht noch in den biergarten..
jaaa.die haben hier richtig gutes bier...

5° in kondensierendem 0,5ltr gläsern...
seit arzus in der türkei hab ich meine selbstauferlegte fastenzeit eingehalten...
aber jetzt mit thips, kleinen gebratenen fleischstücken mit würziger soße kann ich nicht wiederstehen..... prost mahlzeit...

[edit: 18.08.11]

Sonntag, 7. November 2010

auf richtung äthiopien

über den flughafen mitten in der stadt verlasse ich karthoum richtung wad medani...
immer dem nil entlang gings an einzelnen verarmten holzsiedlungen vorbei, unterbrochen immer wieder durch die checkpoints der security police...
ab medani wird das land topfeben und neben der strasse zieht sich kilometerweit ein ca 20 m breiter hirseanbaustreifen...
ab und an wandern einige schaf und kamelherden nebenher...
gegen 15.00 uhr fällt mir ein seltsames vibrieren und wackeln des gesammten lampenvorbaus auf...geht des schon wieder los!!!
2007 auf meiner iran- und kaukasusreise ist mir das auch schon passiert..
der neue reifen hat eine unwucht, der extreme vibrationen auf den vorbau mit tacho und gps ausübt..
ich fahr hinter die 2 m hohen hirsepflanzen...
und tatsächlich das alu ist komplett durch!!!
was tun sprach zeus....
muss hierbleiben und sofort bei tageslicht noch zu reparieren anfangen...
alles abgebaut und kabelbinder, draht und ein holzstückchern als versteifung eingebaut...
bis zur grenzstadt galabat wirds wohl halten, aber es wird schon dunkel und ich muss neben der straße hinterm feld übernachten....
ich geh auf einen einzelnen baum im feld zu...
und unter 4 in den boden gehauenen pflöcken mit hirsestengeln abgedeckt liegt ein total verängstigter sudanese, weite offene augen...
er blabbert irgendwas, und ich sag ihm er soll hoch kommen..
ich nehm in ander hand und zieh ihn zum mopped...
gib ihm die letzten schlucke aus ner plastikwasserflasche und deute ihm an dass ich hier schlafen werde...
er verzieht sich wieder unter seinen verhau...
mal sehn ob er nacht nochmal auftaucht...
ich glaub net... der hat die hosen gestrichen voll...
ich bin im niemandsland und reparier und der kleine verfolgt das über 2 std lang ohne zu mucksen!!!
gibts ja gar nicht...
also ich werd mein zelt heute nicht aufbauen und auf meiner sitzmatte im ackerboden nächtigen...
ich döse so vor mich hin und wache immer kurzzeitig bei kleinen geräuschen auf, aber nix is mit dem sudanesen...
ternschnuppenzählend verbringe ich diese nacht!!
bilder folgen später

[edit: 18.08.11]

Samstag, 6. November 2010

catch of the day


da am wochenende die grenze galabat / mettema lt. dt. botschaft geschlossen ist, bleib ich noch aufm bnsc-gelände...
zelt wieder aufgebaut und ich treff wieder alte reisegefährten und overlander...
unten am nil liegt jetzt ein freier schiffsanlegeponton...
den will ich zum fischen nutzen....1 std geblinker...wobbler ..etc nix geht anden haken...
des probier ich nochmals am abend, wenns dunkel wird...
hab jetzt schon einige intressierte zuschauer gehabt...
die haben hier noch nie einen fischen sehen...sagen sie mir...
18.30 uhr sunset am nil....und ich bin wieder unterewgs zur anlegestelle...
die angel umgebaut mit blei ,stahlvorfach und drilling...
als köder fungiert mir wieder eine BIFI wurst...
die reichen leute von karthoum sitzen wieder oben am geländer und denken sich, der schon wieder und jetzt auch noch im dunkeln....
andon van den mere, ein südafrikaner unterwegs nach europa, leistet mit gesellschaft...
wir spaßen noch, was wir tun würden , wenn wirklich einer drangeht..
wir sind 12m im fliesenden nil...
der würzige salamiköder liegt 20m flussabwärts in der strömung...
die angel liegt quer dazu auf der plattform und wird nur durch einen kleinen metallhuggel auf dem riffelblech gehalten...
langsam wiegt sich die rutenspitze in der einmal, mehr und wieder leichteren strömung.....
einige fledermäuse pfeifen und fiepen über unseren köpfen.....
und plötzlich......zack...bumm...reißt es die rute über den huggel richtung wasser...
gerade kann ich sie noch greifen...ADRENALIN.......SCHOCK....das herz rast!!!
die schnurbremse pfeift, und immer mehr der starken geflochtenen schnur verschwindet im braunen nil....
anhieb...und ich hab ihn dran...boah der geht ab wie schmitts katze!!!
flussaufwärts dreht und windet er sich, zerrt,  zappelt und fährt achterbahn...
was wird das wohl sein....ich denk ein wels...catfish..
die gerte verformt sich zu einem engen, gespanntem  bogen...
kleine, agressive rucke zeigen die kampfeslust des fisches...
mittlerweile hat die haute voilet oben am ufer mitbekommen dass da unten ein kampf vor sich geht..
die schreien, johlen und tanzen...
handys und fotoapparate klicken ständig...
ich land das tier am braunen lehmufer und andon wuchtet es auf sicheres gebiet...
ein catfish!!! 10pfund...locker 90 cm!!!eine kampfnatur..
einige leute haben den koch des resaurants gerufen, hat ein tuch in der hand und wickelt ihn ein...
freudestrahlend sagt er: this never happend here before!!!
darauf ich: ja, ihr habts ja auch keine BIFI wurst im sudan!!!
der koch haut dem fisch eine pepsiflasche über den schädel und eilt in die küche...
und macht sich ans zerlegen...kurz darauf gibts für alle am platz wels a la sudan....
ein total gelungener tagesabschluss...
und morgen steht in der karthoum daily ein bericht über einen deutschen moppedfahrer, der 10000km weit gefahren ist, um den einheimischen zu zeigen wie man fische fängt...

Freitag, 5. November 2010

faulenzertag und tanztag

den ganzen tag war rumlungern angesagt...lesen .....internet....einfach faulenzen...
um 15.00 uhr veranstaltete unser hotel eine sightseeingtour durch karthoum...
sudan national museum  vom neolithikum, pharaonen, über römer bis hin zum 10.jahrhundert, wo der christliche glauben hier wegen der herrschaft der äthioper vorrang hatte...
weiter gings übers presidential museum, wo die neuzeit seit dem 18.jhdt mit der britischen verwaltung, ihren aufständen, und kämpfen bis hin zur selbständigkeit 1956 zu bewundern war...
die ungewöhnlichsten staatsgäste wie die junge queen elizabeth hängt gleich neben che guevuara!!!
hussein von jordanien neben ghadaffi und seinem vergoldetem panzer als gastgeschenk...
draussen dann die staatskarossen...
einige rolls royce ohne kühlerengerl, da gestohlen...
über mahdis tomb wurden wir über einen friedhof zur hammed al nil moschee gekarrt um den tanz der derwische beizuwohnen....

auf dem vorplatz hatten sich schon viele gläubige versammelt und bildeten einen kreis um die vorbeter und farbenprächtigen tänzer....

diese wirbelten, kreiselten, drehten und verwanden sich bei monotoner, aber immer  extatischer werdender musik bis hin zur erschöpfung...
ein wahrlich unvergessliches und einnehmendes erlebnis!!!
zurück zum hotel hieß es dann packen für meine frauen und um 00.30 uhr wurden sie wieder mit dem shuttleservice zum flughafen gebracht...
für meine frau und meine beiden töchter wird dieser kurztrip lange im gedächtnis bleiben...
und für mich war es gleichsam ein schönes wiedersehen mit meiner familie...
ich darf die nacht nochmal klimatisiert im bett verbringen, frühstücke gesund mit obst,  frischen säften und verlass das hotel wieder richtung camp bnsc, da ich nicht am wochenende über die grenze nach äthiopien kann...
aber es gibt ja noch was auf zuräumen , richten und sortieren in meinen koffern und säcken....

[edit: 18.08.11]

Donnerstag, 4. November 2010

arabischer tee


mit noch anderen gästen aus italien, schweiz und frankreich gabs frühstücksbuffet bei sonnenaufgang mit phantastischem blick auf die zahnreihe der pyramiden...
noch schnell die royal city von meroe besucht...
war aber nix mehr zu sehen...mehr zum erahnen...
und schon gings wieder die 180 km richtung karthoum zurück...
unterbrochen wurde die fahrt nur noch vom picknick auf klappstühlen und tisch mitten in der pampa von sudan unter einer kuscheligen, schattenspendenden akazie...
ich hab immer diesen klangeler...(unbedingtes verlangen)
auf diesen so leckeren und bekömmlichen arab chay....
ich bin jetzt vollkommen meines genussmittels kaffee entfleucht...
kann ja in äthiopien wieder anders werden!!!
also in unregelmäßigen abständen sind entlang der straßen so eine art truckstopps entstanden...
dieselfässer für mobile betankung....reifenservice der brachialeren art.....hammer, steine, selbstgeschweisste reifenmontiergeräte und ölablassgruben ...
daneben die kulinarischen versorgungsstände mit grill und außen freihängenden schafskörpern ....
unsere deggendorfer lebensmittelprüfer würden rücklings mit offenem mund umfallen!!!
aber es geht auch so...
nebenbei sitzen auch so einige frauen mit ihren micro-businesses, den teeküchen am rand...
in einem metallkasten, gefüllt mit glühender holzkohle stehen kännchen mit dampfendem, siedendem wasser....
auf dem komödchen vor ihr...
einige in weckgläschen gefüllte wohlriechende gewürze und kenianischer tee....
habarhan...girfa..und grundful
so die arabischen namen...kardamon, nelken und zimt...
glaub ich...eine heilige zeremonie beginnt...
das teesiebchen mit feinstgemahlenem tee gefüllt, gießt sie zunächst heißes wasser über den tee, aber zuerst alles auf den boden um ihn anscheinend ein bisschen zu wässern...
ein weiterer spritzer in ein leeres glas um es zu reinigen...
dann wird in hauchdünnem strahl das siedende wasser in das sieb geträufelt und unten kommt sofort honiggelber tee auf zuvor eingebrachten zucker in das glas...
man sieht wie sich dieser süssstoff sofort in schlieren auflöst wie in einer dieser öl-wasserlampen....
nun kommt die feinarbeit...die frau nivelliert diese feinen gewürze....
jedes in einer anderen dosis...
einzeln in dieses getränk...
stimmt es  zu einem geschmacksexplosivem endergebnis zusammen, dass man es kaum, oder gleich gar nicht beschreiben kann, wieviele dieser aromen in einem einzigen schluck im gaumen wahrgenommen werden kann...
grandios...herrlich...erfrischend,obwohl heiß.....
sensationell...einfach arabischer chay!!!
meine frau hat mit hilfe unsere fahrers die zutaten in ungemahlenem zustand auf einem kleinen markt erstanden und wird die sache mal zuhause üben...
Chai arabic in der Zuckerbäckerei
im hotel zurück gabs dann nilbarsch als fischwürst mit kartoffelsalat...
zumindest hab ich jetzt schon nilbarsch gegessen....vielleicht fang ich auch noch einen!!!

[edit: 18.08.11]

Mittwoch, 3. November 2010

familiensafari



meine frau hat von zuhause aus für sich und die mädels eine kleine "safari" arangiert...
2 tage mit nem toyota zu den ausgrabungsstätten von nagaa, mussarawat und zu den meroe pyramiden, wo ich schon war...
gegen einen kleinen aufpreis von 72$ darf ich mit übernachtung und abendessen in einem kleinen exclusiven italienischem camp ebenfalls mitmachen...
das ganze liegt unweit der pyramiden von meroe, die von weitem aussehen wie abgebrochene zähne eines drachen...
der abenteurer guiseppe ferlini vermutete große schätze und reichtümer in den grabstätten und zerstörte diese wunderbaren bauwerke 1834...
unglaublich was die nubischen pharaonen der kush-dynastie vor 3000 jahren hier alles aufgebaut haben...

die metropolen nagaa und mussawarat haben ebenfalls ihren reiz, mit dem elefantentempel und löwenheiligtum...
 
übernachtet haben wir dann stilecht in einem schönen bedoinenzelt mit dahinterliegendem tunnelgewölbe-wc mit dusche...
im sonnenuntergang saßen wir wie im film "out of africa"mit karen blixen und finch hattan vor unserem zelt und sahen auf das weite land hinaus...


[edit: 18.08.11]

Dienstag, 2. November 2010

meine mädels sind da...

wieder hab ich eine schwülwarme nacht mit stauzenbesuch im zelt verbracht ...
um 9.00 uhr bin ich los zum hotel acropole ...
der griechische besitzer dieses in 2. generation seit 1952 gefühten hotels erkennt mich sofort und bringt mich zu meiner familie...
verschlafen, aber herzlich werde ich begrüßt und abgebusselt...
4 wochen nicht gesehen!!!
bis 10.00 uhr gibts frühstück, bei dem ich mich einklinke...
endlich wieder mal tisch, stuhl, besteck, teller, fertigen tee...
es sind schon kleine, normale dinge auf die ich ziemlich lang verzichtet habe.
man erkennt dann erst, was man da eigentlich alles so als selbstverständlich zu hause hat und es nicht schätzt....
fließendes wasser, strom, kalte getränke, die möglichkeit immer und fast zu jeder zeit einkaufen zu gehen...
essen was man will...heut grieche....morgen italiener...
...und später dann vielleicht auch noch...bla bla...der salat war aber nicht schön angerichtet...
bla...bla....bla....
das leben hier lässt mich nachdenklich werden über sinn und unsinn unseres doch reichlich übertriebenem konsumverhaltens und lebensstils...
es geht auch simpler, einfacher, glücklicher...
dann gings zu meinen freunden im blue nile sailing club...
alle begrüßen meine familie und vroni ist froh einmal nicht das einzige weibliche wesen in der truppe zu sein...
ich mach mich derweil auf meine neue bremsscheibe zu wechseln...
1/2 stunde und bei der testfahrt kann ich wieder fest vorne zugreifen, ohne die angst haben zu müssen die scheibe zerspringt...
jetzt noch zur hinteren bremse...
es scheint was mit der fußpumpe zu tun zu haben, dass nix mehr stoppt...
ich bau sie ab....segering raus.....und seh gleich, dass der druckstempel, der in der weißen teflonbuchse nicht mehr ganz nach unten zurückgedrückt wird....
damit kann auch die bohrung zum nachlauf vom ausgleichsbehälter nicht mehr frei sein und kein druck aufgebaut werden..!
druckstempel mit dichtlippe und feder rausgepfriemelt und schon seh ich eine eingelaufene nut und riefen....
normal bräucht ich gleich neuen ersatz, aber auf die schnelle nicht möglich, also reparatur...
mit meinem kleinen tapetenmesser schabe und kratze ich vorsichtig die unebenheiten weg, ohne den noch dahinterliegenden o-ring zu verletzen...
ein bisschen fett...alles zusammengebaut....mit bremsflüssigkeit befüllt, duchsichtigen acodurschlauch (perschke sei dank) auf den entlüfungsnippel hinten am sattel drauf  und schon drückt es die letzten luftbläschen aus dem system...
ein guter tag...
bremse vorn und hinten wieder voll funktionsfähig...
die polen, die finsinger, stephan aus dem schwarzwald und der brite james, mit dem ich seit assuan zusammengefahren bin, verlassen den blue nile sailing club in richtung wad medani  zur äthiopischen grenze...
sie werden mir mailen, ob das mit dem schreiben der deutschen botschaft bei der einreise geglückt ist...


ich packe zufrieden meine 7 sachen und verlass den campground und düse zum acropole, wo ich die nächsten tage mit meiner familie verbringen werd...